, Hanna Kilchsperger

Aikido bringt Menschen zusammen

Flüchtlinge und Mitglieder des Aikido-Clubs Aarau trainieren gemeinsam  

 

Das Jugendrotkreuz des Schweizerischen Roten Kreuz Aargau lud den Aikido-Club Aarau dazu ein, einen Nachmittag lang mit Asylsuchenden aus den verschiedensten Ländern gemeinsam zu trainieren. Obwohl die Anfrage kurzfristig erfolgte und der Club am selben Nachmittag noch einen eigenen Kurs geplant hatte, nahm  man diese Gelegenheit selbstverständlich wahr.

Im Ganzen fanden sich zur geplanten Zeit fünfzehn motivierte Clubmitglieder in der Turnhalle der Berufsschule Aarau ein. Es waren alle Altersgruppen und Grade vertreten. Dazu stiessen sechs junge Vertreterinnen des Roten Kreuzes sowie gut zwanzig Asylsuchende.  So wurde es sogar ein bisschen eng auf den vorhandenen Matten.

Herzlich wurden alle Anwesenden von Susanne Lüscher, 2. Dan begrüsst. Sie erläuterte, dass Aikido die verschiedensten Menschen zusammenführt. Fortgeschrittene und Anfänger, Frauen und Männer, Jüngere und Ältere – alle trainieren gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig in ihrer Entwicklung. Danach begann das Training mit einigen Aufwärmübungen, bevor dann unter der Leitung von Susanne Lüscher gezielt das Abrollen und erste Techniken geübt wurden. Die anfängliche Zurückhaltung löste sich rasch auf und bald waren auch erste Lacher zu hören. Die Flüchtlinge zeigten sich sehr offen und interessiert. Fleissig wurde auf Englisch und Deutsch und unter Einsatz von Händen und Füssen kommuniziert, was sehr gut klappte.

 

Nach einer kurzen Pause übernahm Mirel Abordeencei, 2. Dan die Kursleitung und zeigte weitere spannende Techniken.  Diese wurden dann von den Anwesenden eifrig geübt. Als Abschluss wurden noch in entspannter Atmosphäre einige Dehnübungen gemacht, bevor sich die Übenden mit einer Verbeugung bei den Trainern und untereinander herzlich bedankten. Bei der Verabschiedung betonte Mirel A. noch, dass er vor 26 Jahren am eigenen Leib erfahren hat, was es heisst, auf der Flucht zu sein. Im Aikido hat er Gemeinschaft erlebt und ein inneres Gleichgewicht erlangt. Deshalb ist er überzeugt, dass das Aikido mit seiner pazifistischen Haltung für alle Menschen, gerade aber auch für Flüchtlinge, äusserst wertvoll sein kann.

Videos zum Anlass gibt es hier und hier.

19.03.2016 hki